Wie Paare die symbolische Handlung finden, die zu ihnen gehört.
Nicht der Gegenstand macht eine Handlung persönlich. Das, was er zwischen euch bedeutet, tut es.
Vielleicht habt ihr dieses Buch aufgeschlagen, weil irgendwann jemand gefragt hat: „Und macht ihr auch so ein Ritual?“
Vielleicht habt ihr daraufhin gesucht. Nach etwas, das man während einer freien Trauung eben so macht.
Sand in zwei Farben.
Eine Kerze.
Ein Band um die Hände.
Ein Puzzle, auf dem sich alle Gäste verewigen.
Ihr habt schöne Bilder gesehen. Und vielleicht war da trotzdem dieses leise Gefühl: Das sind nicht wir.
Nehmt dieses Gefühl ernst. Es ist kein Zeichen dafür, dass ihr zu anspruchsvoll seid oder euch nicht entscheiden könnt. Es ist ein ziemlich guter Anfang.
Denn meistens müsst ihr die richtige Handlung für eure Trauung nicht erfinden. Sie ist schon da. Vielleicht steht sie in eurer Küche, liegt im Handschuhfach oder wird seit Jahren von einer Wohnung in die nächste mitgeschleppt.
Sie trägt nur noch nicht den feierlichen Namen „Ritual“.
Das Buch sammelt keine Rituale zum Aussuchen. Es zeigt euch, wie ihr in eurem eigenen Leben nach dem sucht, was längst Bedeutung hat.
Und was sie nicht ist: ein Gästebuch, ein Spiel, eine Dekoration. Alles darf sein. Nur eines davon gehört in die Trauung.
Drei Fragen für einen Abend zu zweit. Was wird an diesem Tag sichtbar? Was gehört wirklich zu euch? Was könnten eure Hände damit tun?
Zwanzig Paare, zwanzig Wege. Herkunft, Humor, Stille, ein Mensch, der fehlt. Nicht zum Nachmachen. Zum Weiterdenken.
Ihr müsst eure Liebe nicht mit Bastelbedarf beweisen.
Die Idee, die mir in Vorgesprächen am häufigsten begegnet, ist das Puzzle. Jeder Gast beschriftet ein Teil, das Paar setzt später alles zusammen. Wenn ich frage, was auf den Teilen stehen soll, höre ich oft: „Vielleicht ein Wunsch. Oder ein Reiseziel. Je nachdem, was besser passt.“
In diesem kleinen Satz steckt meistens schon die Antwort. Wenn der Inhalt ausgetauscht werden kann, ohne dass sich die Idee verändert, trägt er noch keine eigene Bedeutung.
Könntet ihr den Inhalt austauschen, ohne dass sich an der Bedeutung etwas verändert? Wenn einer von euch protestiert: „Nein, es müssen unbedingt die Reiseziele sein, weil …“ – dann hört bei diesem weil nicht auf. Genau dort beginnt eure Geschichte.
Die Form dürft ihr euch leihen. Die Geschichte bringt ihr längst mit.