In Zeremonie mit dem Jahr · Acht neue Feste
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Wortmalerei

Acht neue Feste

Nimm dein Leben so wichtig
wie eine Zeremonie.

In Zeremonie mit dem Jahr · Für die Übergänge, die sonst einfach passieren

Cover: In Zeremonie mit dem Jahr
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96 Seiten · als PDF · 24 €

Die erste Seite

Und dazwischen liegt ein ganzes Jahr.

So beginnt das Buch. Mit den Stellen, für die es keine Einladung gibt.

Eins

Wir feiern Geburtstage. Hochzeiten. Weihnachten. Für solche Tage gibt es eine Form. Wir laden Menschen ein. Wir suchen Worte.

Zwei

In diesem Jahr fängst du etwas an, das dir wichtig ist, und niemand weiß davon. Du lebst längst anders, sprichst aber noch in den alten Sätzen darüber.

Drei

Du schaffst etwas und bist am nächsten Morgen schon beim Nächsten. Etwas geht zu Ende, und du gehst trotzdem zur Arbeit.

Vier

Das Jahr verändert sich sowieso. Draußen und in deinem Leben. Der Unterschied ist nur, ob du hinguckst.

Dieses Buch gibt acht dieser Stellen einen Tag.

Die acht Feste

Jedes trägt einen Satz als Namen.
Und ein Wort aus der Natur daneben.

Um den 1. Februar Die Amsel

Dafür mache ich Platz

Es ist noch kalt. Trotzdem singt morgens vor dem Fenster schon ein Vogel.

20. oder 21. März Das Licht

Es ist schon anders

Du kommst von der Arbeit, und es ist noch hell.

Um den 1. Mai Die Knospe

Ich darf mich unfertig zeigen

Die Bäume an der Straße blühen, und nachts kann es trotzdem noch frieren.

20. oder 21. Juni Der Apfel

Es darf weniger sein

Der längste Tag im Jahr. Alles wächst gleichzeitig, und nicht alles bekommt genug.

Um den 1. August Die Ähre

Das habe ich geschafft

Die Felder am Stadtrand sind abgeerntet. Was gewachsen ist, ist jetzt drinnen.

22. oder 23. September Die Kastanie

Was dieses Jahr mit mir macht

Kastanien auf dem Gehweg. Die Sonne geht wieder dort unter, wo sie im März unterging.

Um den 31. Oktober Das Blatt

Das lasse ich hier

Das Laub liegt auf der Straße. Am Zweig bleibt eine kleine Narbe, und die ist geschlossen.

21. oder 22. Dezember Der Frost

Das darf jetzt ruhen

Um halb fünf ist es dunkel. Der Baum vor dem Haus braucht die Kälte, damit er im Frühjahr blühen kann.

Die acht Feste antworten einander. Das Licht im März und die Kastanie im September finden am selben Ort statt: Du stehst zweimal an derselben Stelle, mit einem halben Jahr dazwischen. Der Frost im Dezember gibt einer Sache sechs Wochen Ruhe, bis zur Amsel im Februar. Dort öffnest du den Karton wieder.

Du kannst bei jedem Fest einsteigen. Und du musst nicht alle acht begehen. Zwei oder drei können ein Jahr schon verändern.

Wie ein Fest aufgebaut ist

Erst nach draußen schauen. Dann nach innen.
Und dann etwas tun.

1

Ein Wort

Ein Satz, den du aussprichst. Wenn er nicht nach dir klingt, sag ihn anders. Eine Zeremonie trägt nur Worte, die du ihr glaubst.

2

Eine Geste

Etwas, das dein Körper macht.

3

Ein Gegenstand

Der etwas Unsichtbares greifbar macht. Ein Papierstreifen, ein Umschlag, zwei Kastanien. Fast alles ist schon im Haus.

4

Ein Ort

Draußen oder am Küchentisch. Der Blick aus dem Bürofenster in der Mittagspause ist genauso ein Fest.

5

Eine Zeit

Morgens, mittags oder abends. Manchmal reichen zehn Minuten. Wichtig ist der Moment.

6

Ein Zeuge

Ein Mensch, der davon weiß. Oder ein Eintrag in deinem Kalender, der dich später daran erinnert. Manchmal bist du dieser Zeuge selbst.

Und für die Kinder

Am Schluss jedes Fests steht eine kleine Zeremonie für Kinder. Spielerisch, kurz und leicht, mit demselben Gedanken. Im Dezember kommt ein Ding in einen Karton, gemeinsam zugeklebt, mit viel Klebeband. Das Kind klopft darauf und sagt:

„Das darf jetzt schlafen.“

Am 1. Februar wird der Karton wieder aufgemacht.

Daria Pfeiffer, Freie Rednerin, schreibt auf dem Sofa

Wer das schreibt

Ich bin Daria Pfeiffer, Freie Rednerin in Duisburg und NRW. Ich halte Hochzeiten und Trauerfeiern.

Nach einer Trauerfeier höre ich oft dieselben zwei Sätze. „Jetzt verstehe ich.“ Und: „Danke, dass du sie gesehen hast.“ Nicht: Danke für die schönen Worte. Gesehen. Mehr tut eine Zeremonie nicht. Sie sieht hin, wo sonst alle weitergehen.

Was du dafür brauchst

Du musst nichts glauben,
um diese Feste zu begehen.

Menschen haben den Lauf der Sonne zu allen Zeiten beobachtet. Neu sind die Namen, die Gedanken und die Zeremonien in diesem Buch. Sie gehören keiner Religion und keiner Lehre. Keine dieser Zeremonien verlangt ein bestimmtes Gefühl von dir.

  • Ein paar kleine Zettel und ein Stift
  • Ein Papierstreifen
  • Ein Umschlag
  • Eine Karteikarte oder Postkarte
  • Ein Karton oder ein großer Umschlag
  • Zwei Kastanien oder zwei Nüsse
  • Ein Glas für eine Ähre
  • Dein Kalender

Und dazu: ein Mensch, der nachfragt. Oder ein Eintrag im Kalender, der es für ihn tut.

Das Buch

96 Seiten. Acht Feste.
Und ein Jahr, das dir gehört.

Mit einem Vorwort über das Hinsehen, den acht Festen, jedes mit einer Zeremonie für dich, einer Idee für Partner und Familie und einer kleinen Zeremonie für Kinder. Dazu „Mein Jahr“ zum Eintragen.

Cover: In Zeremonie mit dem Jahr. Acht neue Feste für die Übergänge, die sonst einfach passieren
Das Cover
Drei Innenseiten: die Amsel, der Anfang des Fests und Mein Jahr zum Eintragen
Innenseiten

Verändert hätte sich dieses Jahr auch ohne dich.
Aber du hast hingeguckt.

In Zeremonie mit dem Jahr · Acht neue Feste

96 Seiten · als PDF · 24 €