Anfänge

Frei heißt nicht gottlos.

Eine freie Zeremonie darf Gott einen Platz geben. Nur eben nicht den Mittelpunkt.

Schwarz-Weiß-Porträt von Daria Pfeiffer mit zum Gebet gefalteten Händen
Ich kann ein Gebet nicht nur vorlesen. Ich kann es glauben
Anfänge 24. November 2026 · 2 Minuten

Frei heißt nicht gottlos. Vielleicht ist genau das eines der größten Missverständnisse über freie Zeremonien.

Das Missverständnis

„Frei“ bedeutet nicht: ohne Kirche, also automatisch ohne Gott. Es bedeutet auch nicht: Gott muss draußen bleiben.

Frei bedeutet: Alles darf vorkommen, was euch als Paar ausmacht. Eure Geschichte. Euer Humor. Eure Werte. Eure Familie. Eure Rituale.

Und wenn Glaube zu euch gehört — auch Gott. Eine freie trauung hat keine Liturgie, die etwas vorschreibt. Sie hat aber auch keine, die etwas verbietet.

Was ich selbst glaube

Für mich ist Gott nicht gleich Kirche.

Ich glaube an Gott. Und ich würde mir bei jeder Zeremonie, die sich um mein Leben dreht, wünschen, dass er darin vorkommt. Vielleicht in einem Gebet. In einem Segen. In einem einzigen Satz.

Nicht, weil eine freie Trauung plötzlich kirchlich werden muss. Sondern weil eine Zeremonie für mich dann wirklich frei ist, wenn nichts von euch draußen bleiben muss.

Frei bedeutet nicht, dass nichts heilig sein darf. Frei bedeutet, dass ihr entscheiden dürft, was euch heilig ist.

Die Frage, die ich jedem Paar stelle

Deshalb frage ich meine Paare. Und deshalb frage ich auch Familien bei einer Trauerfeier: Soll Gott einen Platz bekommen. Ein Gebet. Ein Segen. Ein Moment des Glaubens.

Wenn ihr Ja sagt, kann ich mit euch beten, ohne eine Rolle zu spielen. Ich kann ein Gebet nicht nur vorlesen. Ich kann es glauben. Ich kann authentisch mit euch beten.

Und wenn ihr Nein sagt, ist auch das frei. Ihr entscheidet, was zu euch gehört.

Teil, nicht Mittelpunkt

Ein Bräutigam hebt seine Braut lachend vor der blauen Tür einer kleinen Kapelle in die Luft
Beides darf da sein · Foto: timoxmadi.photography

Es gibt dabei einen Unterschied zur kirchlichen Form: Bei einer freien Zeremonie muss Gott nicht der Mittelpunkt sein. Er darf Teil davon sein.

Der Mittelpunkt bleibt: euer Mensch. Eure Liebe. Euer Leben. Eure Geschichte.

Gott muss nicht verschwinden, damit der Mensch im Mittelpunkt stehen darf. Beides darf da sein.

Und genau deshalb liebe ich freie Zeremonien. Nicht, weil dort für Gott kein Platz ist. Sondern weil wir gemeinsam entscheiden dürfen, welchen Platz er bekommt.

Daria Pfeiffer
Daria Pfeiffer Freie Rednerin · Duisburg & NRW · über 100 Zeremonien

Ich begleite Menschen bei den Übergängen, die zählen. Ich schreibe keine Standardreden — ich suche die Essenz eines Menschen und male sie in Worte. Meine Geschichte

Autorin von »In Zeremonie mit Dir«, »Eure Essenz« und »Wenn es Dich erwischt«.
Stilpunkte 2025 & 2026 · Zertifizierte Freie Rednerin (IHK Köln).

Häufige Fragen.

Anfänge
Darf eine freie Trauung ein Gebet oder einen Segen enthalten?

Ja. Eine freie Trauung hat keine Vorgaben — weder dafür noch dagegen. Wenn Glaube zum Paar gehört, bekommen Gebet, Segen oder ein stiller Moment des Glaubens ihren Platz im Ablauf.

Ist eine freie Trauung religiös oder kirchlich?

Weder noch. Sie ist an keine Institution gebunden und ersetzt keine kirchliche Trauung. Religiöse Elemente kann sie trotzdem enthalten, wenn das Paar sie sich wünscht — von einem einzelnen Satz bis zum gemeinsamen Gebet.

Kann eine freie Rednerin mit dem Paar beten?

Ja, wenn es echt ist. Ich bete mit Paaren und Familien, weil ich selbst glaube — ein Gebet, das nur vorgelesen wird, trägt nicht. Wer nicht glaubt, kann diesen Moment stattdessen einem Menschen aus der Familie geben.

Sprechen wir

Wenn ihr eine Zeremonie sucht,
die sich anfühlt wie ihr —
dann schreibt mir.

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