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DAS LEXIKON

Was ein Wort bedeutet —
und was es nicht bedeutet.

Lexikon 55 Begriffe

Jeder Eintrag sagt in wenigen Sätzen, was ein Begriff bedeutet — und wovon er sich unterscheidet. Die Abgrenzung ist meist das Nützlichere.

A Aussegnung Ein kurzer Abschied unmittelbar nach dem Tod, am Sterbeort. Ursprünglich kirchlich, heute auch frei gestaltet. Begriff A Auszug Der Moment, in dem das frisch getraute Paar die Zeremonie verlässt — gemeinsam, meist zu Musik und durch die Reihen der Gäste. Er beendet die Trauung. Begriff B Beisetzung Der Vorgang, bei dem Sarg oder Urne in die Erde, das Wasser oder einen Wald übergeben werden. Nicht dasselbe wie die Trauerfeier. Begriff B Bestattungswald Ein als Friedhof gewidmetes Waldgebiet, in dem Urnen im Wurzelbereich von Bäumen beigesetzt werden. FriedWald und RuheForst sind Anbieternamen, nicht der Oberbegriff. Begriff B Blumenkinder Kinder, die vor dem Paar Blüten streuen. Ein kurzer Auftritt mit klarer Aufgabe — und der Moment, in dem eine Zeremonie fast immer weicher wird. Begriff E Ehegelübde Ein anderes Wort für das Eheversprechen — der Text, den zwei Menschen einander bei der Trauung sagen. Der Begriff klingt kirchlicher, meint aber dasselbe. Begriff E Eheversprechen Der Text, den zwei Menschen einander in der Zeremonie sagen. Frei formuliert, meist vor der Traufrage gesprochen. Begriff E Ehrenrede Eine Rede zu Ehren eines Menschen zu Lebzeiten — bei Jubiläen, Verabschiedungen oder runden Geburtstagen. Verwandt mit der Laudatio, weniger formell. Begriff E Einzug Der Moment, in dem das Paar den Ort der Zeremonie betritt — einzeln, nacheinander oder gemeinsam. Der Einzug eröffnet die Trauung und setzt ihren ersten Ton. Begriff E Elopement Eine Hochzeit zu zweit, ohne Gäste. Oft an einem besonderen Ort, meist mit Fotografin und Rednerin als einzigen weiteren Menschen. Begriff E Erdbestattung Die Bestattung im Sarg in einem Erdgrab. Feier und Beisetzung finden meist am selben Tag statt, und die Fristen nach dem Tod sind kurz. Begriff F Feuerbestattung Die Bestattungsform mit Einäscherung. Die Asche kommt in eine Urne und wird später beigesetzt — im Grab, in einer Urnenwand, im Wald oder auf See. Begriff F Freie Rednerin Eine Person, die Zeremonien schreibt und spricht, ohne kirchliches oder staatliches Amt. Der Beruf ist in Deutschland nicht geschützt. Begriff F Freie Taufe Umgangssprachlicher Name für das Kinderwillkommensfest. Keine Taufe im kirchlichen Sinn und ohne Aufnahme in eine Glaubensgemeinschaft. Begriff F Freie Trauung Eine Hochzeitszeremonie ohne Amt und ohne Kirche, gestaltet und gesprochen von einer freien Rednerin. Sie hat keine rechtliche Wirkung und folgt keiner Vorlage. Begriff G Grabrede Die Rede, die unmittelbar am Grab gehalten wird — kürzer als eine Trauerrede in der Halle, gesprochen im Stehen, im Freien, oft bei Wind und Wetter. Begriff H Handfasting Ein Ritual keltischen Ursprungs, bei dem die Hände des Paares mit Bändern verbunden werden. Von hier stammt die Redewendung vom Bund, den man knüpft. Begriff K Kerzenritual Eine symbolische Handlung mit Licht: Kerzen werden entzündet — für die Verbindung zweier Menschen, für ein Kind oder für jemanden, der fehlt. Begriff K Kinderwillkommensfest Eine freie Zeremonie, mit der ein Kind willkommen geheißen wird — ohne Konfession, ohne Sakrament, ohne Eintrag in ein Register. Begriff K Kolumbarium Eine Wand oder ein Gebäude mit Nischen für Urnen, verschlossen durch eine Platte mit dem Namen. Pflegefrei, wettergeschützt, mit festem Ort. Begriff K Kondolenz Der Ausdruck des Mitgefühls gegenüber Hinterbliebenen — als Karte, als Brief oder als Händedruck nach der Trauerfeier. Begriff L Laudatio Eine Rede zu Ehren eines Menschen oder eines Anlasses, gehalten zu Lebzeiten. Jubiläum, Abschied aus dem Beruf, Ehrung. Begriff L Lebensfeier Eine Abschiedsfeier, die das gelebte Leben in den Mittelpunkt stellt statt den Tod. Oft heller im Ton, manchmal mit Musik, Bildern und ausdrücklichem Lachen. Begriff L Liebeserklärung Ein Text, der beschreibt, was ein Mensch für einen anderen empfindet. Sie blickt auf das, was ist — im Unterschied zum Eheversprechen, das sagt, was sein wird. Begriff P Patenschaft ohne Kirche Eine ausgesprochene Zusage, für ein Kind da zu sein, ohne kirchliches Patenamt und ohne rechtliche Folge. Begriff R Ringtausch Der Moment, in dem sich zwei Menschen die Eheringe anstecken. Er folgt in der Regel auf die Traufrage und ist das sichtbarste Zeichen der Trauung. Begriff R Ringwarming Eine symbolische Handlung, bei der die Eheringe vor dem Ringtausch durch die Reihen der Gäste wandern, damit jeder ihnen einen Wunsch mitgeben kann. Begriff R Ritual Eine Handlung, die sich wiederholt und dadurch Bedeutung trägt. Anders als eine symbolische Handlung ist ein Ritual nicht auf einen Tag begrenzt. Begriff S Sandzeremonie Ein Ritual, bei dem verschieden gefärbter Sand in ein gemeinsames Gefäß geschichtet wird. Das Ergebnis lässt sich nicht wieder trennen. Begriff S Sargträger Die Personen, die den Sarg zum Grab tragen — Mitarbeitende des Bestattungshauses oder Angehörige und Freunde, die es selbst übernehmen möchten. Begriff S Seebestattung Die Beisetzung einer wasserlöslichen Urne in einem ausgewiesenen Seegebiet. Angehörige können an Bord mitfahren; die Position wird schriftlich festgehalten. Begriff S Standesamtliche Trauung Die rechtsgültige Eheschließung vor der Standesbeamtin. Nur sie begründet die Ehe — kirchliche und freie Trauungen stehen daneben. Begriff S Symbolische Handlung Ein sichtbarer Vorgang in der Zeremonie, der etwas ausdrückt, das mit Worten allein nicht ankommt. Sandzeremonie, Handfasting, Baumpflanzung. Begriff T Tiertrauerfeier Ein gestalteter Abschied von einem Haustier. Kleiner Rahmen, ohne Vorschriften, meist am Lieblingsplatz. Begriff T Todesanzeige Die öffentliche Bekanntgabe eines Todesfalls durch die Angehörigen — in der Zeitung oder online. Nicht zu verwechseln mit der Sterbeurkunde. Begriff T Trauerbegleitung Begleitung von Menschen in der Zeit nach einem Verlust — durch ausgebildete Trauerbegleiter, Gruppen oder Beratungsstellen. Keine Therapie. Begriff T Trauerfeier Die Zusammenkunft zum Abschied von einem Verstorbenen, mit oder ohne Beisetzung, mit oder ohne Kirche. Begriff T Trauerhalle Der Raum auf dem Friedhof, in dem die Trauerfeier stattfindet. Die Nutzungszeit ist meist getaktet — üblich sind fünfundzwanzig bis dreißig Minuten. Begriff T Trauerjahr Das erste Jahr nach einem Todesfall. Kein Gesetz, keine Frist — ein überliefertes Maß dafür, wie lange die erste Runde aller Jahrestage dauert. Begriff T Trauerrede Der gesprochene Teil einer Trauerfeier, in dem ein Mensch noch einmal sichtbar wird. Gehalten von Angehörigen oder einer Trauerrednerin. Begriff T Traufrage Die Frage nach dem Ja, an jede Person einzeln gestellt, kurz vor dem Ringtausch. Sie hat keine rechtliche Wirkung. Begriff T Trauredner Eine Person, die freie Trauungen gestaltet und die Rede hält. Kein Amt, keine Rechtswirkung — die Berufsbezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt. Begriff T Trauzeremonie Der zeremonielle Teil einer Hochzeit, in dem die Eheschließung vollzogen oder gefeiert wird — standesamtlich, kirchlich oder frei. Begriff T Trauzeugen Personen, die eine Eheschließung bezeugen. Beim Standesamt seit 1998 freiwillig, bei einer freien Trauung ohne rechtliche Funktion. Begriff T Trennungszeremonie Eine Zeremonie zum Ende einer Beziehung oder Ehe. Ohne rechtliche Wirkung — sie macht einen Abschied hörbar, den sonst niemand ausspricht. Begriff U Urnenbeisetzung Die Beisetzung einer Urne nach der Einäscherung — im Urnengrab, in einer Urnenwand, im Bestattungswald oder auf See. Findet meist Wochen nach dem Tod statt. Begriff U Urnenfach Ein kleines Einlegefach in einer Urne, in das Angehörige einen Brief oder eine kleine Erinnerung legen können, die mit beigesetzt wird. Begriff U Urnengrab Ein kleines Erdgrab für eine oder mehrere Urnen. Wie ein Sarggrab, nur kleiner — mit Stein, Bepflanzung und Pflege. Begriff V Volljährigkeitszeremonie Eine Feier zum achtzehnten Geburtstag, die den Übergang ins Erwachsenenalter benennt statt ihn nur zu begießen. Begriff V Vorgespräch Der Termin, aus dem eine Zeremonie entsteht. Zwei bis drei Stunden, ohne Fragebogen, vertraulich. Begriff W Weltliche Trauerfeier Eine Trauerfeier ohne kirchliche Liturgie, gestaltet von einer freien Rednerin. Weltlich heißt nicht zwingend ohne Glauben — es heißt ohne Amt und ohne Vorschrift. Begriff W Wortbeitrag Der Beitrag eines Gastes innerhalb einer Zeremonie — ein Text, ein Gedicht, eine Erinnerung. Vorher abgestimmt, in Länge und Platz festgelegt. Begriff Z Zeremonie Ein bewusst gestalteter Zeitraum, der einen Übergang hörbar und sichtbar macht. Nicht an einen Anlass und nicht an eine Religion gebunden. Begriff Z Zeremonienmeister Die Person, die durch den Ablauf eines Festes führt — Programmpunkte, Übergänge, Zeitplan. Nicht dasselbe wie eine freie Rednerin. Begriff Ü Übergangsritual Eine Zeremonie, die einen Wechsel markiert, für den es keine gesellschaftliche Form gibt — Auszug, Trennung, Genesung, Berufsende. Begriff
Sprechen wir

Wenn ihr eine Zeremonie sucht,
die sich anfühlt wie ihr —
dann schreibt mir.

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