Das Magazin

DAS LEXIKON

Was ein Wort bedeutet
und was es nicht bedeutet.

Lexikon 58 Begriffe

Jeder Eintrag sagt in wenigen Sätzen, was ein Begriff bedeutet, und wovon er sich unterscheidet. Die Abgrenzung ist meist das Nützlichere.

A Asche verstreuen Die Asche wird nicht in einer Urne beigesetzt, sondern auf einer ausgewiesenen Fläche verstreut. In NRW auf dem Friedhof möglich, wenn die verstorbene Person es schriftlich bestimmt hat. Begriff A Aschestreufeld → Asche verstreuen Die Fläche auf dem Friedhof, auf der Asche verstreut wird. Siehe A Aussegnung Ein kurzer Abschied unmittelbar nach dem Tod, am Sterbeort. Ursprünglich kirchlich, heute auch frei gestaltet. Begriff A Auszug Der Moment, in dem das frisch getraute Paar die Zeremonie verlässt: gemeinsam, meist zu Musik und durch die Reihen der Gäste. Er beendet die Trauung. Begriff B Beisetzung Der Vorgang, bei dem Sarg oder Urne in die Erde, das Wasser oder einen Wald übergeben werden. Nicht dasselbe wie die Trauerfeier. Begriff B Bestattungswald Ein als Friedhof gewidmetes Waldgebiet, in dem Urnen im Wurzelbereich von Bäumen beigesetzt werden. FriedWald und RuheForst sind Anbieternamen, nicht der Oberbegriff. Begriff B Blumenkinder Kinder, die vor dem Paar Blüten streuen. Ein kurzer Auftritt mit klarer Aufgabe und der Moment, in dem eine Zeremonie fast immer weicher wird. Begriff E Ehegelübde Ein anderes Wort für das Eheversprechen: der Text, den zwei Menschen einander bei der Trauung sagen. Der Begriff klingt kirchlicher, meint aber dasselbe. Begriff E Eheversprechen Der Text, den zwei Menschen einander in der Zeremonie sagen. Frei formuliert, meist vor der Traufrage gesprochen. Begriff E Ehrenrede Eine Rede zu Ehren eines Menschen zu Lebzeiten: bei Jubiläen, Verabschiedungen oder runden Geburtstagen. Verwandt mit der Laudatio, weniger formell. Begriff E Einzug Der Moment, in dem das Paar den Ort der Zeremonie betritt: einzeln, nacheinander oder gemeinsam. Der Einzug eröffnet die Trauung und setzt ihren ersten Ton. Begriff E Elopement Eine Hochzeit zu zweit, ohne Gäste. Oft an einem besonderen Ort, meist mit Fotografin und Rednerin als einzigen weiteren Menschen. Begriff E Elternversprechen Das Versprechen, das Eltern ihrem Kind beim Kinderwillkommensfest geben. In eigenen Worten, vor den Menschen, die das Kind begleiten werden. Begriff E Erdbestattung Die Bestattung im Sarg in einem Erdgrab. Feier und Beisetzung finden meist am selben Tag statt, und die Fristen nach dem Tod sind kurz. Begriff E Erstgespräch Das erste Kennenlernen zwischen Rednerin und Paar oder Familie, bevor etwas gebucht wird. Es klärt eine einzige Frage: ob ihr zueinander passt. Begriff F Feuerbestattung Die Bestattungsform mit Einäscherung. Die Asche kommt in eine Urne und wird später beigesetzt: im Grab, in einer Urnenwand, im Wald oder auf See. Begriff F Freie Rednerin Eine Person, die Zeremonien schreibt und spricht, ohne kirchliches oder staatliches Amt. Der Beruf ist in Deutschland nicht geschützt. Begriff F Freie Taufe Umgangssprachlicher Name für das Kinderwillkommensfest. Keine Taufe im kirchlichen Sinn und ohne Aufnahme in eine Glaubensgemeinschaft. Begriff F Freie Trauung Eine Hochzeitszeremonie ohne Amt und ohne Kirche, gestaltet und gesprochen von einer freien Rednerin. Sie hat keine rechtliche Wirkung und folgt keiner Vorlage. Begriff F Friedwald → Bestattungswald FriedWald ist ein Anbietername. Der Oberbegriff ist Bestattungswald. Siehe G Grabrede Die Rede, die unmittelbar am Grab gehalten wird: kürzer als eine Trauerrede in der Halle, gesprochen im Stehen, im Freien, oft bei Wind und Wetter. Begriff H Handfasting Ein Ritual keltischen Ursprungs, bei dem die Hände des Paares mit Bändern verbunden werden. Von hier stammt die Redewendung vom Bund, den man knüpft. Begriff K Kennenlerngespräch → Erstgespräch Ein anderes Wort für das Erstgespräch. Siehe K Kerzenritual Eine symbolische Handlung mit Licht: Kerzen werden entzündet: für die Verbindung zweier Menschen, für ein Kind oder für jemanden, der fehlt. Begriff K Kinderwillkommensfest Eine freie Zeremonie, mit der ein Kind willkommen geheißen wird, ohne Konfession, ohne Sakrament, ohne Eintrag in ein Register. Begriff K Kolumbarium Eine Wand oder ein Gebäude mit Nischen für Urnen, verschlossen durch eine Platte mit dem Namen. Pflegefrei, wettergeschützt, mit festem Ort. Begriff K Kondolenz Der Ausdruck des Mitgefühls gegenüber Hinterbliebenen, als Karte, als Brief oder als Händedruck nach der Trauerfeier. Begriff L Laudatio Eine Rede zu Ehren eines Menschen oder eines Anlasses, gehalten zu Lebzeiten. Jubiläum, Abschied aus dem Beruf, Ehrung. Begriff L Lebensfeier Eine Abschiedsfeier, die das gelebte Leben in den Mittelpunkt stellt statt den Tod. Oft heller im Ton, manchmal mit Musik, Bildern und ausdrücklichem Lachen. Begriff L Liebeserklärung Ein Text, der beschreibt, was ein Mensch für einen anderen empfindet. Sie blickt auf das, was ist: im Unterschied zum Eheversprechen, das sagt, was sein wird. Begriff P Patenschaft ohne Kirche Eine ausgesprochene Zusage, für ein Kind da zu sein, ohne kirchliches Patenamt und ohne rechtliche Folge. Begriff R Ringtausch Der Moment, in dem sich zwei Menschen die Eheringe anstecken. Er folgt in der Regel auf die Traufrage und ist das sichtbarste Zeichen der Trauung. Begriff R Ringwarming Eine symbolische Handlung, bei der die Eheringe vor dem Ringtausch durch die Reihen der Gäste wandern, damit jeder ihnen einen Wunsch mitgeben kann. Begriff R Ritual Eine Handlung, die sich wiederholt und dadurch Bedeutung trägt. Anders als eine symbolische Handlung ist ein Ritual nicht auf einen Tag begrenzt. Begriff R RuheForst → Bestattungswald RuheForst ist ein Anbietername. Der Oberbegriff ist Bestattungswald. Siehe S Sandzeremonie Ein Ritual, bei dem verschieden gefärbter Sand in ein gemeinsames Gefäß geschichtet wird. Das Ergebnis lässt sich nicht wieder trennen. Begriff S Sargträger Die Personen, die den Sarg zum Grab tragen: Mitarbeitende des Bestattungshauses oder Angehörige und Freunde, die es selbst übernehmen möchten. Begriff S Seebestattung Die Beisetzung einer wasserlöslichen Urne in einem ausgewiesenen Seegebiet. Angehörige können an Bord mitfahren; die Position wird schriftlich festgehalten. Begriff S Standesamtliche Trauung Die rechtsgültige Eheschließung vor der Standesbeamtin. Nur sie begründet die Ehe: kirchliche und freie Trauungen stehen daneben. Begriff S Symbolische Handlung Ein sichtbarer Vorgang in der Zeremonie, der etwas ausdrückt, das mit Worten allein nicht ankommt. Sandzeremonie, Handfasting, Baumpflanzung. Begriff T Tiertrauerfeier Ein gestalteter Abschied von einem Haustier. Kleiner Rahmen, ohne Vorschriften, meist am Lieblingsplatz. Begriff T Todesanzeige Die öffentliche Bekanntgabe eines Todesfalls durch die Angehörigen: in der Zeitung oder online. Nicht zu verwechseln mit der Sterbeurkunde. Begriff T Trauerbegleitung Begleitung von Menschen in der Zeit nach einem Verlust: durch ausgebildete Trauerbegleiter, Gruppen oder Beratungsstellen. Keine Therapie. Begriff T Trauerfeier Die Zusammenkunft zum Abschied von einem Verstorbenen, mit oder ohne Beisetzung, mit oder ohne Kirche. Begriff T Trauerhalle Der Raum auf dem Friedhof, in dem die Trauerfeier stattfindet. Die Nutzungszeit ist meist getaktet: üblich sind fünfundzwanzig bis dreißig Minuten. Begriff T Trauerjahr Das erste Jahr nach einem Todesfall. Kein Gesetz, keine Frist: ein überliefertes Maß dafür, wie lange die erste Runde aller Jahrestage dauert. Begriff T Trauerrede Der gesprochene Teil einer Trauerfeier, in dem ein Mensch noch einmal sichtbar wird. Gehalten von Angehörigen oder einer Trauerrednerin. Begriff T Traufrage Die Frage nach dem Ja, an jede Person einzeln gestellt, kurz vor dem Ringtausch. Sie hat keine rechtliche Wirkung. Begriff T Trauredner Eine Person, die freie Trauungen gestaltet und die Rede hält. Kein Amt, keine Rechtswirkung: die Berufsbezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt. Begriff T Trauzeremonie Der zeremonielle Teil einer Hochzeit, in dem die Eheschließung vollzogen oder gefeiert wird: standesamtlich, kirchlich oder frei. Begriff T Trauzeugen Personen, die eine Eheschließung bezeugen. Beim Standesamt seit 1998 freiwillig, bei einer freien Trauung ohne rechtliche Funktion. Begriff T Trennungszeremonie Eine Zeremonie zum Ende einer Beziehung oder Ehe. Ohne rechtliche Wirkung. Sie macht einen Abschied hörbar, den sonst niemand ausspricht. Begriff Ü Übergangsritual Eine Zeremonie, die einen Wechsel markiert, für den es keine gesellschaftliche Form gibt: Auszug, Trennung, Genesung, Berufsende. Begriff U Urnenbeisetzung Die Beisetzung einer Urne nach der Einäscherung: im Urnengrab, in einer Urnenwand, im Bestattungswald oder auf See. Findet meist Wochen nach dem Tod statt. Begriff U Urnenfach Ein kleines Einlegefach in einer Urne, in das Angehörige einen Brief oder eine kleine Erinnerung legen können, die mit beigesetzt wird. Begriff U Urnengrab Ein kleines Erdgrab für eine oder mehrere Urnen. Wie ein Sarggrab, nur kleiner: mit Stein, Bepflanzung und Pflege. Begriff V Volljährigkeitszeremonie Eine Feier zum achtzehnten Geburtstag, die den Übergang ins Erwachsenenalter benennt statt ihn nur zu begießen. Begriff V Vorgespräch Der Termin, aus dem eine Zeremonie entsteht. Zwei bis drei Stunden, ohne Fragebogen, vertraulich. Begriff W Weltliche Trauerfeier Eine Trauerfeier ohne kirchliche Liturgie, gestaltet von einer freien Rednerin. Weltlich heißt nicht zwingend ohne Glauben. Es heißt ohne Amt und ohne Vorschrift. Begriff W Wortbeitrag Der Beitrag eines Gastes innerhalb einer Zeremonie: ein Text, ein Gedicht, eine Erinnerung. Vorher abgestimmt, in Länge und Platz festgelegt. Begriff Z Zeremonie Ein bewusst gestalteter Zeitraum, der einen Übergang hörbar und sichtbar macht. Nicht an einen Anlass und nicht an eine Religion gebunden. Begriff Z Zeremonienmeister Die Person, die durch den Ablauf eines Festes führt: Programmpunkte, Übergänge, Zeitplan. Nicht dasselbe wie eine freie Rednerin. Begriff
Sprechen wir

Wenn ihr eine Zeremonie sucht,
die sich anfühlt wie ihr,
dann schreibt mir.

Anfragen